Mittwoch, 24. Juni 2015

Unglück im Glück

Aus heiterem Himmel kam mir heute diese Geschichte in den Sinn und ich dachte mir:
Das könntest du mal bloggen.
Das ist so abstrus und kurios, dass man meinen könnte das wäre aus dem schlechten Plot eines Hollywoodstreifens, aber das ist der Beweis, dass auch das Leben kuriose Geschichten schreibt.

Am 24.11.2001 wurde Melanie Thorton bei einem Flugzeugabsturz in Zürich tödlich verletzt.
24 der 33 Insassen starben, 9 überlebten.
Die Maschine kam aus Berlin.

Der SüVa arbeitete damals für ein schweizer Unternehmen.
Einer der Chefs dieses Unternehmens saß in dieser Maschine und er war einer der 9 Überlebenden.

Ich konnte diesen Mann nie besonders leiden - ich erlebte ihn immer als sehr arrogant und selbstherrlich. Trotzdem war ich irgendwie froh, dass er überlebt hat, weil man irgendwie immer froh ist, wenn jemandem nichts schlimmes zu stößt.

Und trotzdem empfinde ich bei der Geschichte eine gewisse Schadenfreude gegenüber dem Mann:

Seine Frau erhielt vermutlich von der Polizei oder wem auch immer die Nachricht, dass ihr Mann gerade einen Flugzeugabsturz überlebt hatte und im Krankenhaus liegt.

Sie besuchte ihn natürlich im Krankenhaus und reichte dann die Scheidung ein.

Jetzt fragt man sich natürlich: "Warum, lässt sie sich von einem Mann scheiden, der gerade solch schlimmes durchlebt."

Als Manager des Unternehmens war der Herr viel unterwegs und nicht selten auch am Wochenende.
Somit ist es ja nicht verwunderlich, dass er hin und wieder im Flugzeug sitzt. Denkt man sich so.

Die Frau wusste aber nichts von dem Flug nach Berlin. Sie dachte ihr Mann hätte einen Termin in der Schweiz oder Österreich, nicht aber in Berlin. Sie wunderte sich, forschte nach und es stellte sich heraus: Er war bei seiner Geliebten.

Man muss zugeben, dieser Seitensprung fliegt wenigstens spektakulär auf.

Mir stellt sich nur die Frage wie der Typ so blöd sein konnte und seiner Frau nicht einfach erzählt hat, dass er geschäftlich in Berlin weilt....
Wenn man schon lügt, dann bleibt man wenigstens hart an der Wahrheit...

Na ja, selbst schuld. Die einzigen die mir leid tun sind die Frauen.

Die Gattin, weil sie so erfahren musste, dass ihr Mann sie betrügt und die Geliebte, weil diese vermutlich ewig auf Kohlen saß bis sie erfahren hat, dass er überlebt hat.
Möglicherweise hat sie sogar bei der Frau angerufen und sie gefragt, aber das weiß ich nicht.

Was mich allerdings trotzdem beeindruckt hat und was - so wie ich finde - ein wenig für die Kaltschnäuzigkeit dieses Typen spricht, ist dass er keine 2 Monate später wieder in einem Flugzeug saß.

Wäre ich einer von 9 Überlebenden eines Flugzeugabsturzes, würde ich vermutlich nie wieder in ein Flugzeug steigen.

Kommentare:

  1. ich weiß nicht ob es zwingend etwas mit Kaltschnäuzigkeit zu tun hat ... manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, als wieder ins Flugzeug zu steigen ... weil es sich beruflich einfach nicht anders händeln lässt

    lG Cindy

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    1. Klar, hat er beruflich den Zwang zu fliegen, weil er einfach viel unterwegs ist.

      Aber ganz ehrlich?
      Ich hätte eine solche Todesangst, da würde ich mich in kein Flugzeug mehr reinsetzen.
      Dann würde ich lieber eine längere Anreise in Kauf nehmen oder den Job kündigen oder was auch immer.

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  2. Tja, mieses Karma würde ich mal sagen. Oder eben auch nicht, denn er hat überlebt. ;)

    Irgendwann kommt eben doch alles raus und das ist gut so!

    LG

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    1. Ich würde sagen: super Karma, denn er hat überlebt, aber ziemlich dämlich einen solchen Fehler zu machen.
      Er hätte seiner Frau nur sagen müssen, er hätte beruflich in Berlin zu tun.

      Na ja, vielleicht ist das ja auch nur die Geschichte die drumrum gesponnen wurde.
      Aber Fakt ist: Er stürzte ab und seine Frau ließ sich nicht sehr lange danach scheiden...

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  3. Manche Typen sind nicht einmal beim Teufel willkommen....;-)

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  4. Saublöd, diese Lüge.

    Aber das mit dem Fliegen... naja, manchmal geht's eben nicht anders. Wenn jeder, der einen Autounfall hatte nicht mehr fahren würde...

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    1. Kommt auf die Schwere des Unfalls an, denke ich. Ich kenne durchaus Leute die nur in Ausnahmefällen noch Auto fahren.
      Aber du hast recht.
      Die Lüge hat mich am meisten gewundert, aber wer weiß was er für Gründe dafür hatte.

      Jedenfalls ist die Geschichte filmreif, finde ich ;-)

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